Eichelspitzturm

Eichelspitzturm

Wenn man mich als Teenager gefragt hat: „Welches ist deine Lieblingsjahreszeit?“ War die Antwort klar: „Sommer“. Seit ich die 30 überschritten habe, fällt mir die Antwort nicht mehr so leicht. Sommer ist auf jeden Fall mit auf der Liste. Aber Herbst, Frühling und Winter stehen auch mit drauf. Jede Jahreszeit hat ihre Faszination. Der Herbst glänzt mit goldenem Licht und bunten Farben. Am schönsten im Oktober und dort am Nachmittag. Und solch einen goldenen Oktobernachmittag verbringt man am besten dRAUSen.

In unserem Fall hieß das Ziel Eichselspitzturm. Um diesen zu erreichen, steuerten wir unseren Wagen auf die Anhöhe zwischen Bötzingen und Altvogtsburg. Parkplätze sind ausgeschildert. Die viel befahrene Straße muss einmal überquert werden und schon befindet man sich in einer anderen Welt. Die Region Badberg ist einfach wunderschön. Selbst wenn ich wöchentlich kommen würde, würde es mir hier immer noch gefallen. Hier sind die Berge nicht terrassiert und es findet auch kein Weinanbau statt. So muss es vor vielen, vielen Jahren im gesamten Kaiserstuhl ausgesehen haben.

Wir folgen dem Wanderwegweiser zum Eichelspitzturm. Der Weg führt sehr steil den Berg hinauf durch einen Wald. Und wenn ich sehr steil sage, ist das wahrscheinlich noch untertrieben. 500 Meter, die einem ganz schön aus der Puste bringen…. Doch das Ziel naht. Wir können schon Kinderlachen hören. Und endlich – oben. Zumindest oben auf dem Berg. Der Turm ragt nun 42,5 Meter vor uns in die Höhe. 127 Stufen sind zu erklimmen. Ich war schon oben und will wieder rauf. Auch wenn sich meine Höhenangst mit jeder Stufe stärker meldet. Der Turm wackelt spürbar. Es sind jedoch nur wenige Wanderer hier, so dass sich das Wackeln in Grenzen hält. Je mehr Wanderer, desto stärker das Wackeln. Ich schwitze nicht nur wegen der Anstrengung. Mit allen möglichen Tricks, versuche ich meine Höhenangst zu besiegen. Festklammern an den eisigen Geländern. Nicht nach unten schauen. Genau hinter einem anderen herlaufen und dessen Schritte beobachten. Keine Ahnung wie,  aber auch ich erreiche Stufe 127 und kann den Ausblick in vollen Zügen genießen. Kaiserstuhl, Freiburg, Schwarzwald, Vogesen… alles liegt uns zu Füßen. In goldenes Oktoberlicht getaucht. Wenn es diesen Turm nicht schön gäbe, er müsste erfunden werden!

Wir tragen uns ins Turmbuch ein. Ein Blick lohnt sich immer. Er gibt Antworten auf Fragen, die man sich noch nie gestellt hat. Z.B: Die Spucke braucht 3,52 Sekunden bis sie unten ist. Tja wer hätte das Gedacht.

Unser Weg führt uns nach einem für mich mulmigem Turmabstieg hinunter in den Wald. Vom Treppenabstieg quasi hinter uns, schlängelt sich ein breiter Waldweg hinunter. Diesem folgen wir bis wir an eine Vesperhütte gelangen. Von hier kann man wunderbar das ganze Gebiet überblicken. In alle Richtungen führen Wanderwege. Einer schöner als der Andere. Hier kann und sollte man im Leben nicht nur einmal gewesen sein. Da es langsam späht wird, folgen wir dem Weg linker Hand und genießen die wunderbare Landschaft. Dieser Weg führt direkt zurück zum Parkplatz. Eine kleine Runde, die ihresgleichen erst mal finden muss.

Es gibt einige Variationsmöglichkeiten um diese Tour in der Länge aus zu denen:

Mit dem Zug nach Endingen Bahnhof. Von dort zur Katharinenkapelle. Weiter über die Schelinger Matte zum Eichelspitzturm. Über die Straße. Den Schildern ins Liliental folgen. Nach Ihringen Bahnhof. Von dort mit dem Zug nach Hause.

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